Dietmar Wolf, der grüne Wolf für Düsseldorf

Sommerradreise 2022 Wald & Wein von der Pfalz zum Rhein

Tag 2 - Montag 01.08.2022 Trippstadt - Johanniskreuz - Hinterweidenthal - Dahn - Bundenthal - Wissembourg - Weintor in Schweigen-Rechtenbach

Sehr warm heute. Puuuh.



Pfälzerwald-Radweg-Hindernis

Auf zur Tour durch die Wälder, Experimentetour nannte ich sie. Und wie das bei Experimenten so ist, es kann auch schief gehen.
Es ging schief.

Geplant war, von Trippstadt bergan bis zum Nahversorger und dort einkaufen. Pfälzerwald-Mointainbikestrecke-MTB
Das klappte.
Dann weiter hoch und von der Kreisstrasse einen Wanderweg quer durch den Wald nach Johanniskreuz. Der war sogar als Mountainbikestrecke MTB ausgewiesen. Aber wieso steht man dann wieder am Campingplatz Trippstadt?
Klappte also nicht. Die Strecke war aber schön.

Neues Spiel neues Glück, ich wählte eine neue Variante ebenfalls MTB-zertifiziert und die hatte es in sich! Ich bin da so manch einen Single-Trail im Zickzack den Berg hoch - zum Teil schiebend, es ging nicht anders mit dem Tourenbike.
Ich habe viel Zeit und auch Kraft verloren, doch der Wald war klasse.

Es war schwülwarm, wenn auch im Wald kühler. Von meinem ersten Plan kam ich ab, der sollte noch gut durch die Wälder und östlich von Leimen über einen Bergkamm führen. Das wäre anstrengend geworden. Und bei meiner neuen Kunst des Verfahrens, wer weiß wo ich wann ausgekommen wäre? Im Prinzip mutete ich mir bereits eine Menge zu, ich bin immer noch was coronaschwach fürchtete ich.

Umplanung

Von Johanniskreuz ging es kurz die Bundesstraße (ohne 1. FCK) und dann die Landstraße nach Leimen hinab. Und weiter nach Merzalben hinab. Fast 14km sowas von hinab, da erholte ich mich etwas. Das war gut, denn da war nämlich noch was!
Vor Merzalben links ab ging es gut hoch zu Burg Gräfenstein und da versprach eine kleine Route interessant zu sein.

rwald-Wieslauter-Ursprung

Von Burg Gräfenstein wagte ich doch noch mal Wald. Ich folgte den roten Wanderwegzeichen den Berg hinab, denn ich hatte ein Ziel. In dem schmalen Tal bahnte sich alsbald ein kleiner Bach den Weg, dessen Quelle für mich nicht ersichtlich erreichbar war. Es handelte sich um die Wieslauter, der ich nun die nächsten Stunden bis nach Wissembourg folgenden sollte. Nach den Höfen Wieslautereck und Wieslauter Ursprung traf ich bei der Mündung des Wartenbachs auf den Radweg "Pfälzerwald-Tour" (Kaiserslautern-(Pirmasens)-Rodalben-Hinterweidenthal) den es dann flott auf mittelprächtigem Asphalt hinunter ins Ziel ging. Also der Abschnitt hatte sich richtig gelohnt.

Pfälzerwald-Hinterweidenthal-Teufelstisch

Das war der Abschnitt "Wald" auf der Radreise Wald & Wein, der wegen meiner sog. Experimente, die aus meinem Erleben her eher Expeditionscharakter hatten, sehr anstrengend waren.
Beide Tage mit dem Rad durch den Wald lohnten sehr. Ich blieb oft stehen, es gab viel zu sehen, es gab wunderbare Stille, viele Waldgerüche, Knistern hier, Rascheln da, viele Vogelrufe und heute kaum Menschen, zwei Mountainbikerinnen und ein wanderndes Pärchen kreuzten überrascht den Weg.

In Hinterweidenthal wandte ich mich selbstverständlich sofort dem Teufelstisch zu. Bei dem Wahrzeichen handelt sich um einen großen Bundsandsteinfelsen der durch Erosion eine Platte und ein Tischbein erhalten hat. In der Region gibt es eine Reihe mehr der der Tische, siehe Link.
Der Felsen lag mir einfach zu hoch, um ihn heute zu Fuß zu erreichen. Zudem wusste ich nicht wohin mit dem Gepäck, sicherlich gab es noch irgendeine Fahrmöglichkeit do hoch, ohne mich.
Ich zog Fotos von unten und zwei Kaltgetränke und ein Eis im nahen Restaurant vor...

Auf Auf Auf zur Schlussetappe für heute. Jetzt kam überraschenderweise Radfahren vom Feinsten. Von Hinterweidenthal nach Wissembourg - und weiter nach Lauterbourg führt mit Anschluss nach Karlsruhe der Dt.frz. Pamina-Radweg Lautertal nicht zu verwechseln mit dem gestrigen Lautertalradweg. Also einer mehr in unserer Radwegsammlung.

Der Name des Bachs bzw. Flusses änderte sich von mir unbemerkt von Wieslauter in Lauter. Unbemerkt vielleicht auch deshalb, da der Radweg super asphaltiert ist, es bergab und mit mir flott vorwärts ging.
Der Radweg folgt parallel der Bundesstraße, doch zum Glück liegen die Verkehrswege wie folgt angelegt: v.l.n.r. Bundesstraße, Fluss oder Bahn, Radweg. Heißt, vom Lärm der Straßen bekommt man nicht ganz so viel mit.
Vorsicht, DB Die Bahn fährt hier bis zur Endstation Bundenthal nur mittwochs, samstags und sonntags. Warum kann ich Ihnen leider nicht erklären.

Für mich es als Bahnfan natürlich schön, entlang Fluss & Bahn entlang zu radeln. Angenehmerweise wechselten sich die Ortsdurchfahrten mit Strecken durch Wiesen und kühlenden Wald ab.
Ich kam flott voran und erreichte bald Dahn bekannt für seine Bundsandsteinformationen, die man bereits von Ferne aus erblickt.

pfälzerwald-Dahn-Innenstadt

Dahn, wo die Pfalz noch schöner ist. Das ist der Slogan der Stadt und das ist auch was dran. Dahn liegt eingebettet von einigen Bundsandsteinformationen, Burgen (Foto Burg Altdahn) und hat eine kleine lebhafte Innenstadt. Und die zeihte diesmal keine Verfallsspuren. Im Zentrum kontrastieren Neubauten mit altem Fachwerk, Handel und Gastronomie scheinen zu funktionieren. Besonders hat es mir die Ratsstube angetan.

Weiter glatt und gut auf dem Radweg entlang. Hinter Reichenbach begann ein beliebtes Thema an Radwegen, ein Planetenradweg. Schnell flitze man an Merkur, Venus, Erde uns Mars vorbei. Jupiter sah ich noch, doch Saturn und Neptun gingen mir durch.
In Bruchweiler-Bärenbach gab es ein historisches Mühlrad zu sehen - mit einladender Gastronomie im Hintergrund, direkt an der Wieslauter gelegen. Oder heißt sie hier bereits Lauter?

Endstation Bundenthal-Rumbach der Wieslauterbahn, der geneigte Bahnfan klickt den Link an und erfährt mehr zu den Bahnhöfen und zu den Zukunftsplänen zur Wieslauterbahn.
"Keine Endstation ohne ein Lokdenkmal!" Rief ich aus, als die die Pfälzerwald-Lokdenkmal-Bundenthal dreiachsige von Škoda erbaute Werkslokomotive sah.
Schon wieder ein Fotostopp!

In Bundenthal gab es die erste Schikane, der Radweg wurde etwas um den Ort herum geleitet, es gab eine kurze Steigung zu überwinden, und dies bei meinen nun ziemlich müden Beinen. Flott durcheilte ich Bobenthal und erreichte eine kleine Stahlbrücke über den kleinen Lauterbach. Doch nicht zu unterschätzen der Bach - Vive la France! - er bildet die Grenze. Was habe ich mich gefreut, wieder französische Straßenschilder [D 334] und Radwegbeschilderung zu sehen.

Und so wurde die Tour zur
Internationale Sommerradreise Wald & Wein 2022

Wissembourg war schnell erreicht. Ich folgte dem Lauf des Flusses, hier auf jeden Fall nun Lauter genannt, durch die Stadt. Wissembourg-cantre-ville
Die Gebäude waren sofort sympathisch Französisch, damit meine ich die mit der Zeit nachgedunkelte Sandfarbe, eine Art Patina die den Wänden etwas Warmes gibt. Ich liebe das! In der Stadt pulsierte das Leben mit reichlich Gastronomie in den Straßen und auf den bunten Plätzen.
Das gefiel mir schon sehr, schade, dass ich so schnell weiter musste.

Der gesamte Pamina-Radweg gefiel mir so sehr, dass ich mir so langsam eine feine geruhsame Wochenendtour von Hinterweidenthal bis Karlsruhe (78km) vorstellen kann oder noch ein Stückchen weiter rechtsrheinisch und rüber nach Mainz? Oder so?

Weinstrasse-Schweigen-Weintor

Foto: Das Weintor in Schweigen. Etwas dunkel fotografiert. Auf der nächsten Seite mehr zu seiner Geschichte.

Von Wissembourg nach Schweigen waren es nur noch eine Handvoll Kilometer. Es dämmerte bereits ein klein wenig. Am Straßen- udn Wiesenrand sah ich ab und zu etwas vor mir Reißaus nehmen und ins Gebüsch flitzen. Es sah aus wie ein vogelartiges Federtier - aber mit vier Füßen und Schnabel. Schnabeltiere kennt man ja, aber das hier? Seltsame Tiere. Richtig, ich war bereits sehr müde.

In Schweigen-Rechtenbach kam ich zu spät an. als dass ich irgendwo noch etwas zu essen bekam. Egal, ich habe immer etwas in Reserve, denn meine Romanfigur Anton Wolfpril hat seine Liebe zu Doppelkeksrollen von mir.
Jetzt noch schnell Duschen und dann ins Bett. Schon wieder ohne Bier oder gar Wein, das muss anders werden, schließlich habe ich jetzt den Radweg Deutsche Weinstraße erreicht!

Am späten Abend standen dann 82km auf dem Tacho, soviel wollte ich dieses Jahr eigentlich überhaupt nicht am Tag fahren. Um so froher bin ich, dass morgen ein Ruhetag ist.

#Genussradeln #Flussradeln #Weinradeln