Dietmar Wolf, der grüne Wolf für Düsseldorf

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Reisebericht Rheintour Tag 3

Auf dem EUROVELO 15 entlang des Oberrheins von Rheinau bis nördlich von Karlsruhe

Mühselig quälte ich mich am Morgen aus den Federn und stolperte zum Frühstück. Nach ein paar Kaffee ging es wieder, ich war danach sogar ansprechbar. Auch für gute Nachrichten:
„Es regnet nicht!"
„Ah!“
„...aber Ihr Nordwest weht immer noch.“
„Bitte nicht!“
"Doch."

Mit etwas steifen aber nicht so schlimm verkaterten Muskeln sprang ich auf mein Rad und trollte mich erst einmal zurück zum Fluss. Zum Glück kaufte ich am ersten Tag in Neuenburg eine Schachtel Magnesium, das half wohl. Eine riesengroße Lust zu Radeln entstand dennoch nicht. Die Sonne blinzelte zwar oft durch die Wolken, doch dieser verdammte Gegenwind nervte. Ich ließ es also ganz ruhig und Kräfte sparend angehen. Zudem zeigte sich der „Eurovelo 15“ hier als ausbaufähig, Stand 2018, da könnte mensch Hand anlegen. Doch eigentlich gefiel mir das Radeln am Fluss saugut, kam aber erst später so richtig in der Seele an. Und auf der anderen Rheinseite lag immer noch Frankreich. Schon wieder gut.

Bereits nach so 30 Kilometern kam ich an meine erste Grenze, eine Pause musste her. Querab lag der Ort Hügelsheim, doch Nomen est Omen, keine Hügel bitte. Verzeiht mir bitte alle Hügelsheimer*innen. Nahe Iffezheim erreichte ich die B 500 mit Brücke, Grenzübergang über den Rhein inkl. einem Rheinkraftwerk von EdF, die mit ihre Wasserkraftwerk wohl auch noch was anderes außer Atomstrom können.
Greenwashing am Rhein?
Doch das Wichtigste war ein großer Parkplatz und direkt dort das rustikale Rheinstüble. Nichts wie rein da und her mit Kaffee plus Apfelkuchen. Später erblickte ich fulminante Portionen Schnitzel mit Pommes, doch ich war ja ganz sportlich motiviert. Der zweite Kaffee brachte den Vater wieder aufs Fahrrad und wie schön, der Radweg war ab hier asphaltiert.
Prima.

Eigentlich lockte in meinem Reiseführer die Barockresidenz in Rastatt, mich aber nicht. Eine Baustelle am Rhein zwang mich zu einem kleinen aber glücklicherweise gut ausgeschilderten Umweg über die hübschen Örtchen Ottersdorf und Plittersdorf westlich an Rastatt vorbei. Ich lebe und arbeite in einer Großstadt, brauch ich im Urlaub nicht, Karlsruhe schenkte ich mir somit. Zudem war die dort wohnhafte Freundin Brigitte mit ihrer Ente eh ausgeflogen. Eigentlich hätte ich hier schnell eine Bahn nach Hause nehmen können, meine Batterien waren gut leer, mich packte aber sowas wie eine Spur von Ehrgeiz.
Weiter!

Wenigstens ein bisschen noch, die Hotels waren eh zu teuer.
So konnte ich eine echte Schikane des Eurovelo 15 erleben, das Hafensperrwerk am Karlsruher Hafen. Leuten mit schwerem Gepäck, Kinder-, oder Lastenanhängern sei die ausgeschilderte Umfahrung dringendst empfohlen. Es ging im Sinne von gehen einige Brückentreppen gut hoch, zum Glück hatte es Rollschienen für die Räder. Oben hatte ich Gegenverkehr von Südradelnden die mich angrinsten, frei nach dem Motto:
„Na das ist hier doch mal ne Abwechslung!“

Alsdann ging es den Rhein entlang Richtung B 10, da erwischte mich ein guter Regenguss, den ich an der Freizeitstätte Knielinger See abwetterte. Da gab es auch eine Kaffeebude doch keinen Menschen weit und breit. Zu war die Bude, so ein Pech. Trotzdem sah das Gelände an dem ehemaligen Baggersee im Altrhein vielversprechend aus.

Auf der anderen Rheinseite grüßte bereits Rheinland-Pfalz mit Wörth am Rhein, vielleicht sollte man dort besser die Seiten wechseln, denn rechtsrheinisch ging es recht uncharmant durch das Industriegebiet von Maxau und entlang eines umfangreichen Tanklagers oder sowas weiter.
Langweilig.

Ich schaffte es noch bis Leopoldshafen, dort stellte ich mir die ernste Frage einer Übernachtung und entdeckte nahbei im Ort Linkenheim-Hochstetten das Landgasthaus Pilskrone.
Nomen est Omen: Pils!
Anrufen, sie hatten noch preiswerte Einzelzimmer frei. Nichts wie hin. Ich erhielt ein Einzel mit Bad/WC auf dem Gang, zu meiner Freude war das dazugehörige zweite Einzel auf der Dachetage nicht belegt. Meine Etage. Prima.
Doch das Gasthaus selbst hatte samstags Ruhetag (Stand 2018!).
Kein Pils. Mist! Meinen Zimmerschlüssel holte gegenüber im Restaurant Grüner Baum ab, schöner Name für ein griechisches Restaurant mit netten Leuten. Also fand der Abschlussabend der kleinen Radreise mit einem umfangreichen griechischen Menu statt.
Wer wollte hier Sport treiben und abnehmen?
Sport?



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