Radreise Baltikum
21.06.2026 Pāvilosta Splitter
Heute ist Pause angesagt. Mein selbst gewählter Rhythmus auf der Radreise schrieb nach drei Tagen Fahren einen Tag Pause vor. Dazu habe ich mir vorher ein schönes Plätzchen ausgesucht, wie ich jetzt feststellte.
Zunächst zu meiner Unterkunft:
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Butterfly House
Wenn Sie von der Hauptverkehrsstraße kommen, schon 3 KM vor dem Ortskern/Hafen direkt nach einem Restaurant/Bar links in die Sakas iela abbiegen und ein gutes Stück durchfahren, das Butterfly House liegt dann gut erkennbar auf der linken Seite.
Die Adresse: 7 Sakas iela, Pāvilosta, LV-3466, Lettland
https://butterflyhouse.hotelonia.com/
Die gesamte Anlage ist auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei errichtet. Ich glaube, die Bezeichnung "Alternatives Design" trifft die Gestaltung am besten. Soweit irgendwie möglich, versuchte man das Vorhandene an Ziegelmauerwerk, Türen, Fenstern und mehr beizubehalten und sinnvoll mit Neuem wie Dusche/WC/Küche zu ergänzen.
Leider hat die angekündigte Bar wegen Sanierung derzeit geschlossen, soll aber spätestens 8/2026 fertig sein. Ich fühlte mich trotzdem wohl.
Auf den aus Natursteinen Platz vor dem Gebäude standen genügend Tische/Bänke mit Blick auf den kleinen See aufgestellt, überall grünte es naturbelassen, im See schwammen dicke Karpfen.
Für Kinder ist das hier ein Paradies, auf der Straße gibt es kaum Verkehr, hier sind viele Entdeckungen zu machen, Klettern in dem aufgeschnittenen Fischkutter zum Beispiel. Größere bis Erwachsene finden bestimmt Freude auf dem 3X3-Basketballfeld.
Zum Praktischen: Ums Eck gab es auch Wäscheleinen.
Der Blick schweifte über den kleinen See zum ehemaligen Brauerei-Gebäude, das trägt heute die Lettern CITY HALL an der Ziegelwand. Eben war so etwas wie Soundcheck zu hören, gibt es eine Sonnwendfeier heute Abend? Dann könnte man mal da rüber stiefeln...
Zum Ortskern/Hafen von Pāvilosta sind es wie geschrieben in etwa 3 Kilometer, doch vorher startete ich eine kleine Rundfahrt hier im Dörfchen. Und siehe da, es entstanden oder bestehen bereits einige Einrichtungen u.a. ein Rockcafé(?). Auf der Fahrt zum Hafen sah ich dann rechts noch das höchstgelegene Apartment von Pāvilosta, fragte mich aber nicht allen Ernstes, wie die Wasserversorgung oben auf dem Turm funktionierte.
Pāvilosta
Die Sonnwendfeier wird mit den traditionellen Birkenästen vorbereitet.
Links des Weges war noch ein open-air-Gelände zu sehen, weiter gibt es zwei ausgedehnte Parks und unten das Zentrum mit seinem Hafen für Yachten, Fischerei und Wassersport.
Doch vorher ging es in den sonntags geöffneten TOP!-Supermarkt zur Grundausstattung von Verpflegung. Billig war der jedoch nicht.
Im Hafen startete ich meine Hafenrundfahrt, die nicht so lange dauerte, klar, der Hafen ist nicht groß. Aber nett war es hier, eine Reihe sanierter Apartment- und Hotelgebäude laden zum Besuch ein. Ich suchte zu früh am Tag ein nettes Café/Restaurant, doch man öffnete erst so ab 12:00 Uhr, wie ich feststellen musste.
Am Hafen lud ein Foodtruck zum Besuch ein, an Bord wehte eine kleine Regenbogenfahne. Ich rollte dorthin und bitteschön, welch gute Wahl. Mein erstes Auswärtsessengehen bestand aus einem vorzüglichen Shrimps-Wrap, einem frisch gepressten Organgensaft (heute ist Sonntag!) und einem abschließenden Kaffee. Hm! Für ein Foto wollten die beiden fröhlichen Frauen ihr Vehikel dann doch nicht drehen, daher ist es eben leider sehr dunkel.
Vorzüglich war hingegen der Blick auf den Bootssteg, dort gefiel mir eine ca. acht Meter lange weiße Segelyacht, welche mich an die englische LEISURE erinnerte.
Genau da motorte ein ebensolches blaues Exemplar vorbei und zog noch in der Hafenausfahrt seine Fock hoch. Er konnte es also.
Dann nahm ich ein weitere Yacht im gleichen Design wahr, dessen Skipper an Bord und kurz vor dem Ablegen war. Den preite ich an. Er kam sofort und gab Auskunft. In Lettland wäre die stabile ALBIN VEGA des Konstrukteurs Per Brohäll sehr beliebt. Die schwedische Werft baute in den Siebzigern weit mehr als 3.000 Stück davon, den Rumpf in mehr als 2,5cm Stärke, siehe Albin-Klassenvereinigung. Der Skipper berichtete, das eine norwegische ALBIN VEGA es bis in die Antarktis schaffte, also echt stabil das Schiffchen.
So langsam startete ich meine Rückfahrt zum Butterfly, überall wo Gastronomie gerade öffnete gab es Musik zu hören und das nicht zu lese. Dies fiel mir andernorts auch schon auf, Musik scheint im Baltikum von Bedeutung zu sein.
Pāvilosta hat mir schon sehr gut gefallen, gepflegte Anlagen, Infrastruktur, das Butterfly House und nicht zuletzt der Hafen. So ein wenig hänge ich ja wohl doch noch an der Segelei.
Interessiert? Klick die Toustis-Info-Pāvilosta auf Lettisch, eine Übersetzung ist möglich.
Morgen geht es weiter nach Ventspils, Uz redzēšanos Pāvilosta.
Kilometer: Tag 8,76 km / Gesamt bis hier hin 251,18 km
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