Dietmar Wolf, der grüne Wolf für Düsseldorf

Mit dem Rad nach Chablis und entlang des Canal de Nivernais - Reisebericht

Strecke: Troyes - Villy-le-Maréchal - Fays-la-Chapelle -Auxon - Evry le Chatel - Flogny la Chapelle - Mérè - Chablis


20.07.2018 84km bis zum Traum, schwülwarme Hitze, es tropft auch im Schatten sitzend von der Stirn


hotel-comte-de-champagne-troyes Später kam noch ein großer grüner Frosch dazu...
Das Hotel Les Comtes de Champagne ist in einem der schönen alten Fachwerkhäuser lokalisiert. Die Räume innen mit Einrichtungsgegenständen aus verschiedenen historischen Epochen oder neuem *Vintage* dekoriert, die Leute echt freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend, alles gut. Bis auf die Tatsache, dass das Haus mitten im Trubel liegt. LAUT ist es hier. Und dann die vielen Französ*innen die ihre Vorliebe für den Zweitaktmotor pflegen und leidenschaftlich aktiv Leben, also, das geht bis tief in die Nacht. Gut beraten ist der, der Ohrstöpsel dabei hat.

Das Frühstück heute Morgen war echt prima. Nu auf und raus aus der Stadt. Das ging schneller als gedacht. Eine Empfehlung der Concierge folgend am nahe Kreisverkehr die Dritte rechts und immer Richtung St. André-les-Vergers. fays-la-chapelle
Dort sollte es weiter nach Rosieres-pres-Troyes gehen, ging aber nicht, plötzlich war ich in St. Germain. Macht nix. Etwas ZickZack und ich war via der D109 in Saint-Pouange, meinem Ausgangspunkt für meine *Tour-des-Villages*. Richtung Chablis gibt es keine voie verte oder anders gelagerte Radwegverbindung. Die nahe N77 verbot sich aus verschiedenen Gründen selbst, alternativ über die Dörfer. Und das war echt hübsch!

Tour des Villages!
Südlich der N77 ging es grob berichtet im weiten Bogen südwestlich nach Villy-le-Maréchal, Lirey, Jeugny, St.Phal mit kleiner Pause im mürrischen Café, Chamoy, Montigny-les-Monts, Bahnhof von Auxon. Dies waren alles super feine kleine Sträßchen, oft ohne Mittelstreifen, kaum Verkehr und hübsch hügelig, von wegen langweilig. Es war hier richtig still. Eine feine Erholung mitten in der Natur. Die Orte selbst kämpfen augenscheinlich gegen das Leerstandsmonster. Man restauriert, baut im angepassten Stil ihrer wunderhübschen Fachwerkhäuser neu. Würde mich auch hier nicht wundern, wenn es hierzu derzeit jenes nationale Programm gäbe. Man ist überall dran und das ist gut so. Die beschaulichen Dörfer sind es wert!

Evry-le-Chatel

In Auxon-Bahnhof bog ich links auf die D374 ab, es waren nur 6 flotte Kilometer auf der verkehrsintensiveren D nach Ervy-le-Chatel. A propros Bahnhof. Evry hat auch einen solchen ehemaligen. Die Strecke ist still gelegt und führt von Troyes bzw. Villy bis nach Evry und weiter westlich. Evry ist ein wunderschönes kleines historisches Städtchen, was sich viel erhalten hat, klick: http://www.ervy-le-chatel.fr/ Kein Wunder, dass ich hier auf die einzigen Radtouristen auf meiner Fahrt nach Chablis traf. Wenn, dann also von Troyes nach hier #Bahntrassenradeln realisieren. Eine neue Voie Verte bietet sich an, ebenfalls die Gleise liegen zu lassen und den Radweg parallel zu bauen. eglise-evry-le-chatel Das hervorragende Netz guter Radwege in der Region wäre somit um ein interessantes Stück bereichert. Und vielleicht noch etwas länger, bis…

Weiter über die Dörfer Chessy-les-Pres, Mezieres nach wie vor hügelig und agrar und durch den wunderbar kühlen Bois Communale über die D192 nach Flogny-la-Chapelle, wo ich auf den nächsten guten Radweg traf, den Voie Verte am Canal de Bourgogne.

Tipp: Die Bourgogne lädt mit einem 800km langen Radwegenetz ein zum #Kanalradwandern, alle Infos:
http://www.burgundurlaub.de/fahrradfahren/

Sonderpause am Kanalradweg! L´Armacon heißt der Fluss zum Kanal. Jetzt wären es nur noch weniger Kilometer und über einen grossen Hügel nach Ligny-la-Chatel und links ab bis nach Chablis. Das wäre dann entlang des Flusses Le Serein gewesen. Wäre, weil der hier Schreibende sich in seiner ganzen Weisheit den Hügeln verschrieb und entschloss, von Carisey aus links hoch nach Méré zu radeln, um sich dort dann ins Tal des Serein zu stürzen.
Doch er las die Höhenangaben nicht richtig. Zum Glück trotz der schwülwarmen Temperaturen keine so große Strapaze, doch es zog sich schön weiter hoch, immer weiter hoch. Dafür war die Strecke noch mal so richtig schön und die Belohnung folgte.

Mit Fontenay-pres-Chablis erreichte ich das Weinanbaugebiet und sah die ersten Rebstöcke seit La Moselle. Die Fahrt ging nun durch die Weinberge rasant bergab. Ich stoppte oft oder fuhr langsam #Genussradeln! Bin doch meinem seit 7 Jahren verfolgten Ziel nun sehr nahe.
Tipp: Die D965 besser ins Industriegebiet kreuzen! Ich tat s nicht und wurde mit rasantem Verkehr belohnt.
Meine schöne Vision von 2011 wurde Realität. Im Ziel Chablis
Es ging rechts rein nach
CHABLIS

Die kleine Stadt mit ihren 2300 Einwohner*innen ist im besten Sinne überschaubar. Wie man sich denken kann, dreht sich hier alles rund um den Wein. Im Zentrum gibt es alle paar Schritte eine Möglichkeit seiner Degustation.
Wer es intensiver mag, folgt den vielen ausgeschriebenen Wander-, und Radtouren durch das Anbaugebiet lernend, wie unterschiedlich ein Chardonnay schmecken kann. Denn alle CHABLIS sind Chardonnay.

Tipp: Die Seiten der Region "Pays Chablisien" Office de Tourisme

Wo getrunken wird wird auch gegessen, so findet man eine kleine hübsche Auswahl verschiedenster Restaurants aller Preisklassen. Am ersten Abend wählte ich ein preiswertes Menu mit einem sehr gelungenen Coq au Vin. Am zweiten Abend verfügte ich mich unlustig ein Restaurant zu besuchen an den Fluss Serein bzw. seines Mühlenabzweigs und platzierte meinen vom Radreisen wohlgeformten Hintern an den Pavillon der Weinstube Marguerite de Chablis. Dort nahm ich ganz ungezwungen im Halbschatten an der Straße sitzend ein Tischchen und erst einmal ein Gläschen Chablis. Beim zweiten Glas entdeckte ich, dass man dort auch Mahlzeiten anbot. Meine Schnecken und foie gras de canard sowie danach plateau de fromage mundeten köstlich während ich mich weiter den verschiedenen Chablis-Weinen widmete. Leben wie Gott in Frankreich. Und eine Vlasche Chablis Premier Cru nahm ich mit aufs Zimmer, die trinke ich gerade beim Tippen, sie allein ist nur Schult an den Vehlern.

Bergerand-Chablis Stichwort Zimmer, untergekommen bin ich im Hotel La Maison Bergerand Chablis - mitten im Zentrum und 300 Jahre alt - hier nächtigten bereits Majestäten und nun ich. Das Haus ist eigentümlich urtümlich. Ähnlich wie in Troyes sind wieder verschiedenste *Vintage* gemischt. Das Alter des Hauses war hörbar, es knarrten Treppen, Dielen, Wände, Türen quietschten. Die Gänge nicht ganz so hell beleuchtet, früher gab es hier nur Kerzen.
Und wie sich es für so ein altehrwürdiges Haus gehört, gab es hier einen *Hausgeist*. Madame tauchte immer und überall überraschend auf, von wo auch immer, egal aus welcher dunklen Tür, aus welchem Gang, als wenn sie gewartet hätte. Mir war dies am Anfang etwas unheimlich, doch sie schaute, war immer freundlich bemüht, gab Hinweise, half. Und am letzten Tag freundeten wir uns an, wir haben nämlich eine gemeinsame Schwäche. So.
Es gab wieder kein französisches Frühstück, sondern sehr angenehm eine richtig hübsche Auswahl. Für Diskussionen in der Gästeschar sorgte eine Spezialität des Hauses:
Wer ein Frühstücksei haben wollte, durfte es sich selbst im ständig sprudelnden Wasser auf seine eigene Minute hin kochen.

Selbstredend bietet das Bergerand Weinproben an.


Karte
Die gesamte Tour ist in etwa auf einer Karte im kostenlosen Tourenportal komoot.de skizziert - Registrierung erforderlich.
Nach der erfolgten Registrierung auf der Tourseite zur vergrößerbaren Karte und Höhenangaben runterscrollen. Gute Lektüre.


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