Dietmar Wolf, der grüne Wolf für Düsseldorf

2018 Mein Sommerurlaub 16. bis 28.Juli 2018 - Tag 1

Mit dem Rad nach Chablis und entlang des Canal de Nivernais

Strecke: per Bahn via Karlsruhe und Strasbourg nach Nancy - mit Rad Nancy - Maron - La Moselle - Toul


16.07.2018 Tageskilometer 40,14 davon 3,47 zu und in Bahnanlagen


Meine Geliebte winkte am Fenster zum Abschied mit einem Küchentuch. Dann war ich unterwegs. Zur Bank. Dort gab es nur ein erklägliches Sümmchen. Werde ich singen müssen? Meine Vision von damals sollte nun *hoffentlich* realisiert werden, hoffentlich, man weiß ja nie, was passiert, siehe Bankautomat. Von der Bank zur Bahn.
EC 7 SBB Restaurant Wagen Der EC 7 nach Interlaken wurde bestiegen und die Fahrt im wunderbaren Restaurant-Wagen der Schweizer Bundesbahn genossen. In Karlsruhe verließ ich ohne Ruhe dafür mit Verspätung den Eurocity. Ein Kurzsprint sicherte den RE nach Konstanz, der im Umsteigeort Appenweier wiederum 20 Minuten Verspätung auf dem Ticker hatte. Mit einem weiteren Kurzsprint über einige hundert Meter *gut, dass man beradelt ist* erreichte ich den RE nach Strasbourg.
Tipp, entgegen der DB-Reiseauskunft nimmt die ab Appenweier durchführende SWEG auf ihren Strecken bis zu fünf Fahrräder mit.
Alles klappte, aber jetzt kommt es.
In den klassischen Bahnhof von Strasbourg mit seinen modernen TGV-Zügen rollte das Geschoss der SWEG pünktlich ein. Da benötigte ich ein Billet s.v.p. zur Weiterreise von Strasbourg nach Nancy. In der Halle Nord wurden derartige Dinge veräußert, doch nicht mit Fahrrad. Nein das durfte zwar in den Zug, aber nicht in die Halle. Und wer nun denkt verscheucht zu werden, nein, nein, nö, nö, mitnichten. tgv-bahnhof-strasbourg-classic-trifft-moderne
Ein primär abfangender Kundenberater wurde meiner habhaft. Er erkannte meine Lage sofort, vernahm meinen Hinweis, meine Kreditkarte wolle nicht am Automaten, also der Mensch verfügte mich ganz hilfsbereit zu einem weiteren solchen Automaten, der allerdings nur Münzen nahm, nahm meinen 20EuroSchein, wechselte den in einem weiterem Automaten, tippte sich alsbald durch Automat 1, erriet, dass ich das Seniorenalter *uuuh* (meine 60 reichten aus), um senioren-ermäßigt reisen können, zog das Kleingeld einwerfend alsbald mein erstrebtes Billet und war die ganze Zeit umwerfend freundlich. Nein, kein Zynismus, richtig freundlich und zuvorkommend. Wow! Ich könnte ihm ein Denkmal setzen. Hiermit zumindestens ein schriftliches. Merci!

Und sag einer noch mal was gegen VRR-Automaten!

Wieder zu Hause
Der TER der SNCF nach Nancy war flott unterwegs. Die Stadt schaute ich mir schon wieder nicht an, es wird nachgeholt, schon wieder versprochen. Schnell ging es durch die ehrlicherweise tristen Außenbezirke *ist Düsseldorf interessanter?* strickt geradeaus nach Leroux, dann links ab nach Villers de Nancy und munter die Hügel hinauf Richtung Maron. Dort sollten sich der dies-, und letztjährige Weg kreuzen.

Radweg-Nancy

Die Radwege in der Region sind sehr interessant. Eng in der Innenstadt wie bei uns im Dorf, doch wenn Platz plötzlich für einige hundert Meter als Zweirichtungsradweg in nötiger Breite, und yeah, eine Art Radschnellweg und yeah, eine Art protected bilkelane, und uff, alles wieder schnell zu Ende. Bekanntes Stückwerk. Da plant und baut Düsseldorf derzeit zum Glück mit seinem Radhauptnetz mehr.

Kaum aus den Vororten raus 0,0 Radweg, in Worten Null Komma Null. Dafür ging es alsbald bergab. Das entschädigt. Sowas von bergab. radweg-nahe-nancy Maron an La Moselle war schneller als gedacht erreicht. Bei meiner Vorjahresgastgeberin war niemand zu Hause, flott ging es am feinen Holzhaus von Melani weiter runter. Wie kam ich hier einst blos hoch?
Und dann kam die Erinnerung, Klasse. Die Boulangerie hatte nur vormittags auf, das kannte ich noch. Schade, weiter. Über die Moselbrücke und dann, noch etwas Geduld, nach einigen hundert Metern spitz rechts ab auf den Moselradweg. Verzeihung, Radweg an La Moselle in Frankreich, Richtung Toul.
Ein Heimfall.
Zu Hause.

La Moselle Camping Villey le Sec

Ich genoss das gleiche Gefühl, wie letztes Jahr, in dem mir auf diesem Weg entlang des Flusses geradezu sprichwörtlich Lasten von der Seele fielen.
La Moselle ein Therapiefluss?
Ich nehme Sie mal eben mit. Stellen Sie sich einen gut asphaltierten breiten Radweg umgeben von Wald und Wiesen in einem Flusstal vor. Daneben fließt ganz gemächlich eben jener gestauter Fluss. Autoverkehr findet wenn überhaupt auf der anderen Flussseite statt. Und das Ganze hält kilometerlang an. Augen und Nase werden Botschafterinnen. Der Radweg verläuft gerne mal zwischen Fluss und kleinen Seen/Tümpeln. Wasservögel lassen sich einfach beobachten wenn sie sich nicht selbst auf den warmen Asphalt des Radwegs setzen und alles was auf zwei Rädern daherkommt in Gänze ignorieren.
Hey, nicht so schnell, genießen, hier im großen Bogen der Mosel westlich um Nancy herum ist #Genussradeln angesagt.

Toul Rathaus und die Kathedrale Toul war schneller erreicht als gedacht. Erst einmal zur Kathedrale, die ist einmal sehr gut an zu sehen und dann habe ich mir vorab gut vorbereitet von dort aus die Lage meines Hotels eingeprägt. Doch das lag dann gar nicht nördlich, sondern südlich der imposanten Kirche. Wer verdammt hat da die Welt gedreht?
Der Schriftzug *Stella Artois* verdeckte die Hotelreklame, worauf ich am Kreisel des Place ronde mit der Fontaine eine Extrarunde drehte. Na ja, Bierdurst hatte ich ja immens, kleine Erinnerung, Juli 2018 und 28 Grad. So.
Das Rad wurde gut eingestellt, das Zimmer eingenommen, eine flotte Dusche absolviert und dann schnell runter in die Bar, Stella Artois winkte. Eiskalt kriegt man das Zeuch bestimmt runter. Doch die hatten weder Salat noch Imbiss noch irgendwas aber den Tipp, am Place-ronde-Kreisel rechts raus 50 Meter heiter weiter. Mist. Ich wollte so gerne die ansprechende Wasserfontaine im Kreisel betrachten und...

In der Bar Brasserie d´ Alsace angekommen. Sitzen, Imbiss und kaltes Stella Artois. Na ja, geht doch. Blick auf die Fontaine im Kreisel möglich und alles in vollen Zügen genossen. Steack Hache et Frites waren prima, besonders die Frites.
In der Bar erklangen am Tag 1 nach #championdumonde (Gewinn Fußball-Weltmeisterschaft) aus dem TV-Hintergrund Endspielaufzeichungen mit der Marseillaise und *We are the champions* sowie weiteren Jubelgesängen gemixt und geparkt in einer gefühlten Endlosschleife. Man trug Blau-Weiß-Rot. Einige KFZ waren ebenso deutlich geflaggt, ein Rollerfahrer kurvte immer wieder vom Gas gehend und aufs Gas drückend im Kreisel, dekoriert mit einer großen heftig flatternden Trikolore. Glücksgefühle allenthalben. Darauf ein Stella!

Auf dem Bürgersteig des Weges erschien ein aldery Gentleman *was heißt dies bitte auf Französisch?*, gekleidet mit einer Tarnjacke, der US-Army, ich unterstelle hiermit sofort die Grand Armee, auf dem Kopf ein Soldatenmützchen, um den Hals eine Banderole in tricoleur. Alter wie mein Vater, 88, mindestens. Himmel, von welcher Schlacht ist er denn übrig geblieben?
Kaum erreichte er die Höhe der Bar-Terrasse, blieb er stehen und winkte einer jungen Frau zu, die ebenso nett zurück grüßte. Aha, kein Harter. Er kam an meinem Tisch vorbei und das ihm zuprostende *Vive la France* konnte ich mir nicht verkneifen.
Wir kamen ins Gespräch. Doch über was? Ich verstand ihn nicht. Er mich bestimmt nicht minder.
Allez!
Allez!
Au revoir!
Au revoir!
Wir schieden als Freunde.
Stella Artois ist echt lecker.




Karte
Die gesamte Tour ist in etwa auf einer Karte im kostenlosen Tourenportal komoot.de skizziert - Registrierung erforderlich.
Nach der erfolgten Registrierung auf der Tourseite zur vergrößerbaren Karte und Höhenangaben runterscrollen. Gute Lektüre.


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