Dietmar Wolf, der grüne Wolf für Düsseldorf

Mit dem Rad nach Chablis und entlang des Canal de Nivernais

Strecke: Montaron - Canal de Nivernais - Decize - Canal lateral de Loire - Fleury-sur-Loire - Chevenon - Nevers


25.07.2018 77 heiße Kilometer #Kanalradwandern und der verheißungsvolle 6


bienvenue-a-entrepot-de-la-gare Rob´s Güterschuppen ist echt schon einmalig, der hatte es mir angetan. Ich fühlte mich sauwohl, obwohl ich als Bahnfan 50 Meter von der Bahnlinie nicht zur Ruhe kam. Ich hörte keinen Zug. Es fahren da nur zwei/drei täglich, wurde mir versichert. Leider. Da kann man doch nicht schlafen bei sowas.

Rob hat sein Haus selbst mit allem Möglichen von allen möglichen Märkten ausgestattet, verbaut, eingerichtet. Zu den Zimmern der ersten Etage führt eine uralte eiserne Wendeltreppe. Gekocht wurde mitten im großen Raum im Erdgeschoss, Töpfe, Pfannen, Geschirr, Kellen, Löffel, Messer, alles hing griffbereit über den Herden und Zubereitungsflächen. Entrepôt-de-la-Gare-single-room Mittendrin. Eine überdachte Veranda lud mit Sitzmöbeln zum Verweilen ein, auf dem ehemaligen Bahnsteig des Güterschuppens gab es eine weitere überdachte Außenfläche mit einer Reihe von Tischen, an denen dann auch gemeinschaftlich zu Abend gegessen und gefrühstückt wurde.
Das Ganze dann gepaart mit Robs niederländischen Gelassenheit prägte ein für sich alleinstehendes Übernachtungserlebnis.

cery-la-tour Ach ja, wie schade, nette Leute verlässt man in der Hoffnung, sie einmal wieder zu sehen. So war auch ich nach meinem Frühstück wieder viel zu spät auf den beiden Rollen und erwischte die vorhergesagte Hitze. Doch im Gegensatz zu den Vortagen war ich heute Morgen ziemlich gut unterwegs.
#Kanalradeln, das Ende des Canals de Nivernais sollte in 25 km bei Decize erreicht sein, es warten die Loire und ihr Canal de lateral de la Loire bis nach Nevers.
Doch kaum war ich auf dem Radweg, schon gab es den ersten Fotostopp, das Chateau Isenay beim gleichnamigen Isenay und jenen vertrockneten umgefallenen Baum. Bald danach ein nächstes Anwesen? Bietet die Marquise dort auf einem Schloss bei St. Gratien-Savigny Übernachtungen an?

l-aron-loire-canal-de-nivernais

Cercy-la-Tour grüßte mit einem kleinen Hafen, seiner klassischen Kirche im lokalen Stil und einer imposanten den kleinen Hafen überragenden Marienstatue.
Immer wieder sah ich entfernt nette Villen oder Herrenhäuser, leider auch ein paar verfallenen Anwesen, von denen mich ganz besonders ein wohl noch intakter Turm begeisterte. Leider vergaß ich zu notieren, wo. Also irgendwo auf dem Weg nach Dezice vor Champert. War es Roche?

Kurz vor Decize gab es eine schöne Begegnung, ich traf auf den Eurovelo 6, hier als Radweg Loire en Bourgogne benannt. Den sollte ich nun noch etwa bis Nevers folgen.
Nach meinem schönen (Traum-)Ziel Chablis kam jetzt der Gedanke an zwei Etappen auf, einmal Basel-Dezice und vielleicht ein Jahr später Dezice-Nantes oder noch besser Saint-Nazaire auf dem
Eurovelo 6?
Hm, hm, hm....

Hausboot-in-Fleury

Auf der anderen Kanalseite radelte ich unausgeschildert auf einer Holperpiste bis direkt an die Abzweigung Loire und Canal de Nivernais mit seinem Schild *Wir danken für die Benutzung.* Bitte, gerne wieder. In dem großen Becken treffen L´Aron, Loire und der Canal aufeinander. Das Ende der schönen Fahrt entlang des Kanals war erreicht, er war jeden abgestrampelten Kilometer wert.

Mich trieben Hunger und Durst in die Stadt Decize. Im Café La Marine stillte ich beides. Himmel, was für ein Gewühl. Nach so vielen Tagen Natur und eigener Radweg erschreckte mich der Verkehr richtig. bulle-de-la-motte Ein Auto nach dem anderen und vorbei mit der Rücksicht auf Radfahrende. Schnell raus hier, ich komme ja wieder zur Busabfahrt.

Auch in Dezice sind die Radwege gut ausgeschildert, der Lateral war schnell gefunden und durch ein Eis gut gekühlt rollte ich nach Nordwesten, Nevers entgegen. Lieber gern entlang der Loire, ging aber nicht, denn der Kanal läuft nicht in ihrer Nähe. Schade, denn die Loire wird gerne als *letzter wilder Fluss Europas* beschrieben. chateau-de-la-motte
Mir war schnell wieder sehr warm, die Sonne kam aus dem für Schatten spendende Bäume falschen Winkel. Zudem "streckte" es sich. Mein Glück fand ich im Hafen von Fleury-sur-Loire in Form von eisgekühlten Getränken und dem Anlegemanöver eines britischen Paars mit einem ehemaligen Berufsschiff, welches sehr sehr sehr viel Platz für zwei Personen bot. Die beiden anderen Boote mussten erst verlegen, damit das Dritte in den Hafen passt. Schiffsalltag.

Kurz nach Fleury winkte das Chateau de la Motte Farchat. Und einem phänomenalen Bullen am nahen Hof.
Drei weitere kleine "Ausflüge" vom Radweg unternahm ich noch, einmal runter zur Loire und der zweite zu einer nahen Kapelle aus dem 12. Jh. in Jaugenay. La Chapelle Saint-Etienne de Jaugenay war leider nur von außen zu besichtigen, hat es mir in ihrer Einfachheit aber angetan. Beim Rappeln an der verschlossenen Tür hallte es im Inneren der Kapelle wunderbar - nach Kühle.

la-chapelle-saint-etienne-de-jaugenay port-la-chapelle-saint-etienne-de-jaugenay

In Chevenon gab es das gleichnamige Chateau des Chevenon aus dem 13. Jh. mit seinen vielen schlanken Türmen, ebenfalls nicht zu besichtigen und schwer, ein Bild davon zu machen. Die Türme sah ich nur im Netz...
Das Tor Stand zwar offen, ich aber respektiere Privatsphäre, es sei denn, entsprechende Hinweisschilder laden ein.
Dann ging es einmal einen Kilometer auf Schotter zum Fluss.
Hallo Loire, na endlich! chateau-des-chevenon
Auf der anderen Flussseite erblickte ich nördlich von Imphy noch ein weiteres Anwesen, fand in der Karte aber keinen Hinweis.
Wer hat an der Uhr gedreht? Himmel, schon 18 Uhr, nun aber flott die letzten 10km bis hinein nach Nevers mit etwas Tempo.

Die Stadt Nevers grüßte mit einem herrlichen Anblick, die Altstadt lud zum Besichtigen ein. Morgen, liebe Leute, nur nicht heute bei der Hitze. Ich bleibe hier zwei Tage. Am Salengo-Park, da habe ich dann auch mein Hotel, das ehemalige Kloster und jetzige Espace Bernadette Soubirous Nevers




Karte
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