Radreise Baltikum
Ģipka nach Engure
Die spannende Frage für heute war, spielt der Rücken mit? Die nächste, nimmt TUKUMA AUTO auf der Linie 7946 Fahrräder mit? Auf Frage 2 warte ich immer noch auf Antwort, die auf Frage 1 ergab, es klappte!
Vor der Abfahrt cremte ich mich sehr gut gegen Sonnenbrand ein.
Auf geht´s - vorsichtig!
Das Gelände der Holzhütte ward verlassen, zweimal links abgebogen und schon befand ich mich wieder auf der P134 Hauptverkehrsstraße. Die war wohl schon etwas in die Jahre gekommen, Asphaltflicken und Wellen ließen mich tatsächlich sehr vorsitig radeln. Das wurde im Ort Katene derart besser, dass richtig gute Geschwindigkeiten zustande kamen, trotz leichtem Tritt. Klar, spielt das Wetter eine Rolle mit, sonnig 19/20 Grad und 15km/h aus N heißt Rückenwind.
Die Fahrt führte durch die hier obligatorischen Kiefernwälder. Im Sonnenlicht konnte man das Grün unter den Bäumen leuchten sehen, hier in Lettland besteht eine etwas andere Pflanzkultur als in den engen privaten(!) Fichten-Forsten bei uns in Deutschland.
Nach 12 Kilometern erreichte ich den größeren Ort Roja und erblickte überrascht auf die offene Konzert- oder Veranstaltungshalle "Rojas Novada Dome". Imposant.
Ich warf noch einen Blick in den Yachthafen und suchte Spuren der Schmalspurbahn „Mazbānītis“ , denn der Bahnhof sollte noch erhalten sein. Ist er wohl auch, doch wo? Das Holzgebäude nahm man nach Einstellung des Fahretriebs weg und errichtete es im Zentrum Rojas irgendwo wieder auf. Ich fand es nicht heraus.
Schon fast in Kaltene hieß es dann kleine Pause am großen Meer. Das war von einem Parkplatz aus alles gut zu erreichen. Flott auf dem jetzt tollen Asphalt heiter weiter.
In Mērsrags erhoffte ich mir ein nettes Café/Bistro in Hafennähe, doch weit gefehlt.
Sicherlich bestand ein Angebot am drei Kilometer entfernten Leuchtturm, doch Schotterpiste...
Nahe des Hafens sah ih einen historischen Wasserturm, Restaurant suchend einmal umgedreht einen sagen wir mal semihistorischen Turm,
der auf jeden Fall Antennen trägt. War/Ist es auch ein Wasserturm? Vor der Bibliothek und Verwaltungsgebäude steht der ferne Leuchtturm noch einmal en minature. Mērsrags, Dorf der Türme? Auch Veikals boten ihre Produkte an, das alles überzegte mich nicht. Schade, also weiter.
Es hungerte mich mittlerweile, ja, ich Gepäck lagen Brot und Käse, mir war aber nach etwas mehr, vielleicht sogar etwas Warmen. Bērzciems gefiel mir als Ort echt gut, Gaumenfreuden fielen jedoch flach. Die Rettung nahte am Ortsausgang.
Vizbuli Café nannte sich das hübsche Restaurant, in dem ich auch um 15.30 Uhr Fisch, Salat, zwei O-Saft udn einen Kaffee für 20,50€ erhielt. Und dann noch lecker und von netten Leuten serviert. Was willst du mehr?
Dann war es nicht mehr allzuweit nach Engure. Hier in Engure zog sich die Gastronomie wohl zusammen. Das hübsche Restaurant Kapteinis&Grants als Beispiel und dann überraschend die coole Bäckerei Kukul, die auch selber braut. Ja, ein leichtes Lager kaufte ich mir dort auch nach meiner kleinen Entdeckungsrunde. Befragt, warum so eine kleine Hausbrauerei antwortete mit der Braumeister: "Das ist alles von Giovanni." Es scheint, dass sich da jemand in Engure verliebte, blieb und eine Bäckerei/Brauerei gründete. Frühstück gibt es ab zehn Uhr auf der Terrasse im Hinterhof.
Entdeckt wurde ich aber leider nicht, doch die Möglichkeit wäre vielleicht dagewesen. Am Hafen sah ich eine Kutsche vor einem uralten Kran stehen. Was sollte das, fragte ich mich.
Die Antwort, es war ein Filmset einer georgisch-lettischen Koproduktion. Um was es sich denn drehe fragte ich die Aufpasserin. "Something with robbery and love..."
In meiner Unterkunft in weiterläufiger Anlage und Hotelzimmer Viesu nams Klāņas sprang ich flott unter die Dusche und tippe gerade die Zeilen. Gleich hüpfe ich runter in den Gruppenraum, denn dort liegt im Kühlschrank das vor Ort frisch abgefüllte Bier aus der Bäckerei. Das gibt es auch in 0,5l-Glasflaschen übrigens. Bis später, Prost!
26.06.2026 Kilometer Tag 71,00km / Gesamt bis hierhin 467,47 km
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Foto Filmset: Dreharbeiten im Hafen von Engure