Radreise Baltikum
Von Engure nach Riga
Das war nicht mein Tag heute, es war mir igendwie fleu wie der Rheinländer sagt. Also wollte ich besser gut gestärkt in den Tag starten.
Meine Unterkunft bereits voll gepackt verlassend verlassend kurbelte ich nur wenige hundert Meter zur kultigen "KUKUL BAKERY" um dort ein ausgedehnte Früchstück mit allerlei Leckerein, frisch gepresstem Orangensaft und einem heißen Kaffee zu genießen. Nein, nicht direkt an der Straße,
hinter dem Gebäude befindet sich eine große Terrasse sowie Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, PKW oder gar Mobilheime.
Geöffnet wird um 10.00 Uhr mit einer großen Schlange von Brötchenfängern. Die meisetn Gäste waren jede Menge Spatzen, die die Öffnungszeit als wohl sehr spät am Tage erachteten.
Es ging mir schon etwas besser aber Lust auf Exkursionen entwickelte ich keine. Also gestaltete ich mir die Fahrt zunächst selbst äußerst langweilig. Zum Glück zeigte sich der Asphalt dem brummelnden Pedaleur als komod, doch der Wind kam diesmal von vorne. Die Sonne stach, beim nächsten Stop wurde ales eingecremt und weiter ging es.
So kurbelte ich echt mühevoll in Tritt kommend immer auf der P134 rollend einen Ort nach dem anderen ab. Kesterciems, Plienciems, Apsuciems, Klapkalmciems, Ragaciems, Lapmezciems (ab hier mit Radwegen) und Bigaunciems rauschten zwar nicht aber zogen an mir vorbei. Selbst Kaffeeautomaten verführten mich nicht zu einem Stop. Die legte ich zwar genügend ein, aber gerne irgendwo an einer Bushaltstelle im Schatten.
Es wurde heiß in Lettland, es war Samstag und das Fahren wurde echt anstrengend, am Strand entlang zu fahren entfiel für mich nach wie vor. Anstrengend nicht, weil Gegenwind wehte, nein, der kühlte, anstregend war der immense Verkehr. Anscheinend wollte alles an den kilometerlangen Stand. Jede Menge PKW, knatternde Moterräder, in Lettland ist die Harley sehr beliebt, und wenige Radfahrer:innen. Radreisede an dem Tag: 1 gesichtet.
Alles aber auch alles an vorhandnen Parkplätzen war dicht, die Forstwege in die Wälder dicht geparkt, die P134 kilometerlang, ich übertreibe nicht, in meiner Fahrtrichtung Süd erlaubt am Straßenrand voll gestellt. Hinzu kamen Krokodile, Schildkröten, Enten, Matratzen und mehr an Aufblasbaren was mit Picknikdecken - und Körben durch den kleinen Waldstreifen irgendwo an den Strand transportiert wurde.
Da war schon was los. Die Rücksichtnahme der Autofaher:innen förderte dies auch nicht. Anstrengend also.
Kaugurciems kam in Sicht, hier plante ich in etwas meine Radfahrt zu Gunsten der VIVI-Bahn zu unterbrechen und die restlichen wohl 35 kilometer nach Riga rein mich fahren zu lassen. Ich wählte die Station ASARI vorab aus.
Plötzlich erschienen die Straßen freundlicher, die Laternen trugen Blumenschmuck und/oder Fahnen, die Straßen waren breiter und hatten sehr feine Radwege. Ich erreichte den sehr lang gestreckten Kurort
Jūrmala bzw. seinen dazugehörigen Vorort Melluži.
Da wies mich ein Schild mit einer Dampflok drauf auf den Bahnhof Asari hin. Ich rollte die 200 Meter dorthin und erlebte einen historischen wohl unter Denkmalschutz stehendes Stationsgebäude. Fahrkartenautomaten gab es nicht, hier wird das online über VIVI.LV erledigt und kostete mit Person 2,30€ plus Fahrrad 0,70€ insgesmt 3,00€ für ca. 40 Minuten Fahrt. Es wird kontrolliert.
Der Bikeline-Führer verweist auf ein Badehaus in Jurmala, davon wünschte sich meine Gefährtin ein Foto. Da ich mich etwas besser fühlte und den Wunsch gerne erfüllen wollte, suchte ich in Jurmala das Badehaus.
Kontrast! Unterwegs erblickte ich den 1977 errichteten Bahnhof Dubulti, ein Schalentragwerk aus Stahlbeton.
Das Badehaus.
Wo bitte?
Ich sah eine schöne Kirche, fand die äußerst belebte Fußgängerzone, das Konzerthaus, fuhr aber am Badehas vorbei. Dazu muss man sagen, nicht von überall hat man Zugang zum Strand.
Freunde und Helfer.
Mit Unterstützung der hiesigen Polizei fand ich es dann auch das Bedahaus und konnte eine Ablichtung tätigen.
Bitteschön.
Ab zum Bahnhof, ab nach Riga. Dazu muss man hier übrigens über die Gleise, der Triebwagen kam bereits nach drei Minuten und ließ seine Pfeife laut erklingen. In den modernen Zug ging wegen der gleichen Bahnsteighöhe prima.
Dann erreichte ich Riga, wieder gleicher Bahnsteig aber kein Lift sondern wenigstens Schienen die vielen Treppen hinunter, und rollte etwas durch das Zentrum bis ich mein Hotel Viktorija fand.
Es ist ein einfaches preiswertes Hotel mit Lift in die 5. Etage und Abstellmöglichkeit für mein Rad im Innenhof. Die kleine Hotelbar betreute der check in mit, der hatte nur keine Ahnung von den angebotenen Biersorten. aßer, dass alee aus Latvia kamen, immerhin.
Saturday Night Fever in Riga
Unmittelbar neben dem Viktorija lag ein Veikals-Supermarkt in dem ich mich mit dem Wichtigsten vor allem Getränken eindeckte und auf dem Zimmer einen kleinen Imbiss einnahm. Es folgte die ernüchternde Erfahrung mit der Bar, nach einem Bier kehrte ich auf das brühwarme Zimmer zurück. Den Kühöschrank schhlatete ich direkt weider aus, denn der erzeugte eine sürbare Mehrwärme.
Trotz 5. Etage tobte unten der Lärm auf der Straße, Autos wollten rasant beschleunigt werden, Motorräder sollte man aktustisch wahrnehmen, dieses überboten noch ein paar Kampfjets.
Ohrstöpsel rein und ab ins Bett. Die Uhr zeigte noch keine 22, kurz nach 02:00 Uhr wachte ich auf und öffnete das Fenster, um kühlere Stadtluft hinein zu lassen.
Kilometer: Tag 62,94 km / Gesamt bis hier hin 530,41 km