Radreise Baltikum
Das mit dem Netz und den Fotos ist nach wie vor doof. Das gibt noch schöne Nacharbeit.
Ģipka Splitter
Der Ort zum Regenerieren!
Radreisende aufgepasst! Ģipka hat für alle einen Höhepunkt, nur wenige Meter von der P131 und mit einer Kaffeetasse ausgeschildert befindet sich ein Veikals der Marke CITRO. Einen Kaffeeautomaten sah ich jedoch nicht, dafür führten sie dort jede Menge Eis.
Was Ģipka bisher nicht hat ist ein Restaurant noch ein Strandcafé oder -Bude oder sonst was. Deshalb ist im Dorf Ģipka auch nichts los.
Aber wieso fährt man dann an seinem "freien Tag" und angeblich schmerzenden Rücken zehn Kilometer durch das kleine Dorf?
Das fragte ich mich auch. Antwort, einmal, weil der Rücken nicht mehr ganz so weh tat, trotz der verdammt harten Betten, dann, weil ich suchte. Und fand. Allerdings nach ein paar Kreisen in und um Ģipka.
Der Hit von Ģipka ist der Strand. Absolut. Da kurbelte ich zuerst hin. Gerade verließ eine kleine Familie den Strand, weiter hinten liefen noch zwei, auf der anderen Seite spielten zwei Leute im Wasser. Das war es. Dann waren auf einmal alle weg. So schrecklich sehe ich doch garnicht aus?
Ich nutzte die Gelegenheit und ab ins Wasser. Zum Schutz vor Salzwasser ließ ich die Badehose am Fahrrad zurück. Das Wasser schmeckte tatsächlich salziger als ich dachte, in der östlichen Ostsee sollte der Salzgehalt doch wegen der vielen Zuflüsse geringer sein? Egal. Warm war das Wasser, die Sonne der letzten Tage leistete ganze Arbeit.
Zum Trocknen ließ ich mich nieder und den Blick schweifen. Oben an der Kimm fuhr ein weißes Schiff. Richtung Norden meinte ich, einen schmalen Streifen Land zu sehen. Kap Kolka, wo ich mich gestern noch rumgetrieben hatte? Was für ein schöner weitläufiger Strand. Fast einsamer Strand. Aber weitläufig, was man an der Ausschilderung am Strand erkennen konnte,
10 Kilometer Strandwandern? Bitteschön, gern.
Nur etwa zwei Kilometer nach Norden liegt der Ort Pūrciems mit seiner zwanzig Meter hohen weißen Sanddüne und Wasserfall am Flüsschen Pilsupe. Das wäre doch schonmal ein schöner Tagesausflug.
Für mich galt es den bekannten Leuchtturm zu finden. Der sollte wohl schnell zu sehen sein, dient er doch auch als Landmarke. Gefunden ja, aber im Gegenlicht rabenschwarz. Geht garnicht. Ab zum Mini-Citro und für heute Abend und die morgigen Kilometer einkaufen. Auf der Schotterpiste ab zum Holzhäuschen und die Sachen in den Kühlschrank. Das erworbene Eis genoss ich gepflegt auf der Terrasse.
Dann packte mich Unruhe. Hier in Ģipka sollte es noch eine kleine lutheranische Kirche geben. Die befindet sich übrigens auf der anderen Seite der P131 in ein paar hundert Metern Richtung Dundaga links auf einen Schotterweg. Wenn Sie das Kilometerschild 21 sehen, sind Sie ganz knapp vorbei.
Die Kirche liegt etwas versteckt hinter Bäumen inmitten eines Waldfriedhofs. Selten habe ich einen so schönen Friedhof gesehen. Wenn ich jetzt schreibe naturbelassen ist es nicht ganz richtig. Einzelne Bereiche ja, anderen war man eine Sanierung noch gut anzusehen. Beeindruckt hat mich der DVESELU DARZS, Garten der Seelen.
Dazu zitiere ich nach etwas mühevollem Suchen aus der Seite visittalsi.com, die die gesamte wechselseitige Geschichte der in den Siebzigern - obwohl der Turm zur Brandbeobachtung eingesetzt wurde - einem Brand zum Opfer gefallene Kirche schildert (Kann auf Deutsch übersetzt werden):
"In jüngerer Zeit wurde der Garten der Seelen in der Nähe der Ģipka-Kirche geschaffen, wo die verlassenen und gefallenen Kreuze den verlassenen und gefallenen Kreuzen im holzigen Teil des Friedhofs gegeben wurden. Es gibt fast ein halbes hundert Kreuze im Garten der Seelen, und das älteste ist aus den 1740er Jahren. Die Gartengestaltungsarbeiten werden jedes Jahr fortgesetzt und schaffen eine bunte Blume und Krokuswiese, die den Garten der Seele umgibt. Der Garten der Seele wird durch eine als Schiff entworfene Skulptur zu Ehren der verstorbenen Fischer sowie die Seeleute ergänzt, die heute ihre Arbeit auf See fortsetzen." Zitatende.
Ein größeres Foto siehe unten. Die Kirche und ihr friedhof beeindruckten mich sehr.
Die Fischer und seeleute erhielten früher in Ģipka sogar Ausbildung, die Seefahrtschule wechselte noch im 19.Jh in eine andere Kommune. Heute noch das ist der Leuchttrum, auf dessen Suche mit günstigeren Lichtverhältnissen ich mich nun machte. Das ging ganz einfach, von der Kirche auf der Schotterpiste weeiter und über die P131 hin zum ausgeschilderten Badestrand. Da brauchte man am Wasser nur links abbiegen und aufpassen, dass man den Leuchtturm sieht udn nicht ins Wasser fällt. Der Bikeliner-Führer schreibt, das Radfahren direkt am Strand wäre sehr gut möglich, er ist ja auch Kilometer lang, doch ich litt immer noch an einer Art Sandallergie und wollte mich nicht ungebremst in eine solche Sandkuhle legen. Also schob ich das Rad am Wassere ntang, was mir ein sehr hohes Vergnügen bereitete.
Dann sah ich ihn und fotografierte ihn den Ģipkas bāka Leuchtturm von Ģipka auch noch mit der lettischen Fahne.
25.06.2026 Kilometer Tag 10,12 km / Gesamt bis hier hin 396,47 km
Der Garten der Seelen