Radreise Baltikum
In Riga endet für mich das Bikeline-Radtourenbuch von Michael Cramer
"Europa-Radweg Eisener Vorhang 2" von Riga nach Lübeck
bzw. er fängt daa eigentlich an, denn er beschreibt die Radtour von in Riga nach Lübeck abgehend. Ich bin in Gegenrichtung gefahren, das hat den entschiedenen Nachteil, dass man eben nicht alles findet. Der Vorteil lag bis heute im Wind. der pustete für mich günstig.
Nun liegt der "Eiserne Vorhang 1", Von Helsinke nach Riga parat, klar, den es auch in Gegenrichtung radeln werde, wobei eich mir zwischendurch etwas kneifen werde, dazu an gegebener Stelle mehr.
Zu den EuroVelo 10 und 13, so ganz fehte mir der intelektuelle Zugang zur Beschilderung und Nummerierung, zumeist wird der EV 13 ausgeschldert. Aber ich komme noch dahinter.
Bis Helsinke sind es für mich jetzt noch grob kalkulierte 650 Kilometer, die ersten davon rollen wir heute:
Von Riga nach Saulkrasti
Na das fing ja toll an heute morgen. Beim Verlassen meines Hotels stellte ich fest, dass die Bremse am Hinterrad defekt war. Nach etwas Gefluche und Gefriemel hatte ich die Züge wieder in Ordnung und machte mich auf den Weg, Riga zu verlassen. Das dauerte länger als ich dachte, Riga hat jede Menge Vororte...
Zunächst gab es eine ausgedehnte Frühstückspause am Eingang des Mezaparks, denn dort gegenüber bot ein SPAR Bratwürstchen an. Super.
Den Park durchquerte ich sanft rollend, bis hierhin waren alle Radwege so la la. Und dann erreichte ich auch nach einmal Verfahren Vecaki. Immhin kam ich über die Brücke und am Hafen plus Trockendock vorbei. In Vecaki erwischte es mich richtg. Wäre ich dem Bikeline gefolgt, wäre ich immer geradeaus gefahren und bestimmt westlich der Bahn auf einem recht neuen Radweg gelandet. Den sah ich von fern, weil ich Mr. Google vertraute. Der schickte mich dahinein wo ein Grüner Wolf hingehört, nämlich in den tiefen grünen Wald.
Da waren sie weider Sandpisten, Wurzelwerk auf Waldwegen und herrliche Stille. Die Sandwege von Mr. Google entlang der Bahn waren unpassierbar, ich wählte eine Route quer durch den Wald und schwitzte sehr, habe mich aber riesig über die Abwechslung von Großstadt und Hauptstraßen gefreut.
Über die schrecklich gefährliche P1 erreichte ich den Vorort Kalngale und den EuroVelo. Hoppla! Ab Kangale begrüßte mich ein neu ausgebauter Radweg entlang der Autorennbahn, zum Teil wurde noch dran gebaut. Trotz des kräfteraubenden Waldabenteuers erreichte ich die neue Radfahrbücke bei Carnikava und rollte bis nach Gauja durch. Einen Kaffee hätte ich wohl besser an der Promenade von Carnikava gesucht, dafür landete ich am Bahnhof und nahm die letzten 18 Kilometer den VIVI-Express nach Saulkrasti. Es gab einen Einkauf in einen Delikatessen-Veikals, übrigens auch mit Salzgurken aus dem Fass.
Eine schöne Überraschung war mein sehr kleines aber sehr feines Hotel Pie Maijas mit hübschen kleinen Zimmer und ebenso kleiner Sitzgelegenheit. Ich kann hier nicht mehr sitzen und schreiben.
Thema Hören, es ist im Gegensatz zur Hauptstadt Riga wunderbar leise hier. Ich höre die Straße mit Motorrädern und in Saulkrasti wohl sehr beliebten Zwei-Takt-Räppelchen für engagierte Neulinge, ja, auch die Bahn höre ich und das ist nun weider ganz subjetiv schööön.
29.06.2026 Kilometer 52,55 km Tag / Gesamt bis hier hin 582,95 km
und hier geht es zum nächsten Abschnitt nach Salacgrīva mit der letzten Übernachtung in Lettland.