Radreise Baltikum
Grenzübergang von Lettland nach Estland & Weiterfahrt rund um die Bucht von Pärnu
Klicke hierzu auch bitte die Tafel
Radreise Baltikum Touristenkarte Pärnu
Von Salacgrīva nach Uulu
19/20 Grad, heiter bis wolkig, leichte Winde und keine Schotterpisten, das sind die Prognosen am Morgen gewesen. Hörte sich doch erst einmal gut an, oder?
Ach ja, da war doch noch diese A1 genannte Via Baltica...
Den EuroVelo 13 konnte ich nun kaum verfehlen, lief der doch direkt an der Unterkunft vorbei. Überraschend aber zeigte sich sein Zustand, Wurzeln hoben den Apshalt zu Wellen wie wir es in Düsseldorf von den EuroVelo 3, 4 und 15 sprich Rheindardweg an der Lausward kennen. Nur hier in Salacgrīva waren es einige hundert Meter Teufelspiste.
Zum Glück legte sich das ja bald wieder, der EuroVelo führte auf eigenem Radweg entlang der gefürchteten A1 Via Baltica und wie im Bikeline aufgeführt, war der Radweg dann auch einmal zu Ende. Es ging noch einige Kilometer wie gestern gefühlt Schulter an Schulter mit den LKW bis endlich die Abzweigung links ab nach Ainaži Erlösung brachte.
Hubbelig aber ohne LKW im Nacken strebte ich der Grenze zu und ließ einen größeren Veikals links liegen. Fehler, wie sich später herausstellte.
Kribbelig war ich dann bald, denn ich sah ihn nicht. als ich ihn sah wunderte ich mich über das Signal welches neben ihm stand. Ein Leuchttumr mit Signal?
Der Bahnfan recherchierte und fand schnell bei wikipedia.de, tatsächlich gab es dereinst auch hier eine 750mm-Schmalspurbahn von Ainaži nach Smiltene, die 2002 aufgegeben und zu einem unbefestigter Greenrailways-Radwanderweg wurde, so wikipedia.
Ist das Signal nun noch von der Bahn oder ein Seezeichen? Das konnte ich leider nicht so schnell herausfinden, dies überlasse ich nun Ihnen, mir fiel nämlich einer auf:
José aus Santiago de Compostela!
Blöd nur, der verschwand gerade aus meinem Blickfeld und da er ein wenig schneller als ich unterwegs war, sah ich keine Chance mehr, ihn einzuholen. Hätte ich mal etwas mehr in die Pedale getreten, am Grenzübergang erblickte ich ihn noch einmal, siehe Foto hinten in der Straße. Ach schade.
Nun, wie dem auch sei oder war, ich war in Estland, meinem dritten Land auf der Radreise durch das Baltkum, das beschwingte mich. Beschwingend fand ich auch die regelmäßige Ausschilderung beider EuroVelo 10 und 13, klasse. Darauf einen Kaffee!
Tatsächlich bot sich am Ortsausgang von Ikla bald eine Gelegenheit, rote Sonnenschirme mit der Aufschrift Le Coq ließ mich jäh am zum Campingplatz Puhkeala gehörenden Café stoppen.
Warum man gerade mit einem Hahn frz. Coq warb war mir zunächst unerklärlich - und egal. Keinen Coq aux Vin, sondern Kaffee bitte! Diese Sonnenschirme sah ich immer wieder. Jetzt beim Tippen stellte ich fst, es handelt sich um Estlands älteste Brauerei A. Le Coq. Aha!
Das Café betriebn drei Generationen, Großmutter, Mutter und Sohn (2 Jahre) vom bis dahin einzien gast "The Boss" genannt. Sie hatten alle viel Humor, wir hatten viel gelacht. Ich trank einen Kaffee, klar, und eine Zitronenlimonade. Etwas zu essen hött ich mir auch bestelen können, tat es aber nicht. Fehler.
De Hubbelsrecke löste sich langsam auf, in Estland ging man dazu über, Flächen zu bearbeiten jedoch lediglich mit Split zuu versehen. Etwas unangenehm. Nach in etwa 25 Kilometern Fahrt hungerte es mich. Mein Fehler war, in Ainazi nicht einzukaufen. Grund, von Ainazi bis Häädemeeste gab es kein Geschäft, sondern "nur" Cafés, und weiter bis Uuku garnichts(!). Ich stoppte kurz um mich zu orientieren, da stoppte jemand lachend neben mir.
José.
Er machte in etwa das Gleiche wie ich, Besuch in einem Café. Wir fuhren wieder etwas zusammen, dann verabschiedeten wir uns. Sicherlich nicht zum letzten Mal, bitte nicht, ich hätte gerne noch seine Mailadresse.
Etwas versteckt lag links eine Bäckerei in der ich mich rund verpflegte und noch ein paar Schokoriegel einsteckte. Nach Häädemeeste ging es EV-ausgeschildert weiter mit Kontakt zur E67 Via Baltica, die es zu überqueren galt. Nun waren es noch circa 20 Kilometer bis nach Uulu, die sich richtig gut fahren ließen. Der Asphat war glatt, es gab kaum Verkehr. Links udn rechts wechselten sich agrage Landschaften mit Kiefern- und Mischwald ab. Einzelne Höfe und Einfamilienhäuser zogen vorbei und ehe ich mich versah, ich schaute noch wo mein Hotel lag, stand ich vor dem COOP-Konsum von Uulu. Nichts wie rein!
Voll beladen waren es jetzt nur noch ein paar Meter zum gänzichen weißen Whitehouse. Mit dem Sohn des Hauses, The Boss, wie seine Mutter meinte, konnte ich ein Doppelzimmer mit DU/WC/ÜF verhandeln. Prima.
Das Frühstück mache seine Mutter, sagt der junge Mann verschmitzt, um die Zeit schlafe er noch.
Und das mache ich gleich auch!
...und hier geht es weiter zum nächsten Abschnitt
"Rekord", heute sah ich insgesamt 14 Radreisende, dabei eine Frau, alle nach wie vor analog unterwegs.
Foto: José quatschte mit zwei Männern aus Finnland, das waren nur zwischen Ainaži und Häädemeeste bereits als 9 & 10 gezählt.